Frankfurter Tageszeitung - Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk

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Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk
Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk / Foto: Daniel MIHAILESCU - AFP

Niedrigwasser: Rumänien beginnt Abschaltung von Atomkraftwerk

In Rumänien hat am Donnerstagmorgen die Abschaltung des einzigen Atomkraftwerks des Landes wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau begonnen. Nach der Abschaltung des ersten Reaktors des Atomkraftwerks Cernavoda Ende Juli müsse "aufgrund des erheblichen und anhaltenden Rückgangs des Wasserstands der Donau" nun auch der zweite Reaktor heruntergefahren werden, teilte das staatliche Atomenergieunternehmen Nuclearelectrica mit. Das Atomkraftwerk benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

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Die rumänische Regierung hatte die Abschaltung zuvor angekündigt. Es ist das erste Mal seit einer Dürre im Jahr 2003, dass das Akw vollständig heruntergefahren wird. Damals wurde der Betrieb für mehrere Wochen eingestellt.

Das Akw steht gewöhnlich für etwa ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion. Alternativen wie die Windkraft sollen nun den Bedarf decken, die rumänischen Behörden haben zu einem "verantwortungsvollen Verbrauch" aufgerufen. Angaben dazu, wann mit einem erneuten Hochfahren des Akws gerechnet wird, machten sie nicht.

Ursprünglich sollte der zweite Reaktor bereits vor rund zwei Wochen heruntergefahren werden. Doch unter anderem durch Ausbaggerungen konnte vorerst weiter Wasser aus der Donau zum Kraftwerk geleitet und die Abschaltung so verzögert werden. Im Bemühen, den Flusslauf umzulenken, wurden unter anderem auch ein Fels gesprengt und vier mit Steinen beladene Kähne im Fluss versenkt. Die Kosten der Maßnahmen werden auf mehr als zwei Millionen Euro geschätzt.

Der Wasserstand der Donau ist unter anderem wegen geringer Niederschläge und mehrerer Hitzewellen auf historische Tiefstände gesunken. Experten zufolge verschärft der menschengemachte Klimawandel Dürren.

Auch das Nachbarland Ungarn ist betroffen. Der Betrieb des einzigen Atomkraftwerk Paks, das auch vom Donauwasser gekühlt wird, wurde Ende Juli gedrosselt.

In Deutschland stellt das Niedrigwasser vor allem am Rhein die Binnenschifffahrt vor große Probleme, da die Schiffe deutlich weniger Ladung transportieren oder sogar gar nicht mehr fahren können. Der Verband der Binnenschiffer erwartet, dass im Laufe dieser Woche der Rhein nicht mehr durchgängig befahrbar sein wird.

C.Engel--FFMTZ