Nach Cyberangriff auf Supermärkte in Frankreich: BSI rät dringend zur Absicherung
Der Cyberangriff auf französische Supermarktketten mit dem weitreichenden Ausfall von Kühlanlagen alarmiert auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). "Die Vorfälle in Frankreich zeigen deutlich, wie Cyberangriffe unseren Alltag beeinflussen und stören können", erklärte BSI-Präsidentin Claudia Plattner am Dienstag. "Dieser Angriff hätte jedes Land treffen können und kann auch jetzt jederzeit Nachahmer finden", warnte sie.
Das BSI empfehle daher ausdrücklich, "aus dem Internet erreichbare Steuerungsanlagen nach dem Stand der Technik abzusichern", erklärte die Bonner Behörde. Eine hierzu vom BSI veröffentlichte Cybersicherheitsempfehlung richte sich "insbesondere an Betreiber kleiner industrieller oder vergleichbarer Anlagen, etwa zur Kühlung von Lebensmitteln, Erzeugung von Strom und anderen Anwendungszwecken".
"Wir fordern die Betreiber solcher Anlagen eindringlich auf, ihre Systeme sicher zu betreiben", erklärte Plattner. "Die Sicherheitsmaßnahmen liegen auf der Hand und sind unkompliziert umzusetzen", fügte sie hinzu. Konkret rät das BSI, den direkten Zugriff aus dem Internet auf Steuerungssysteme zu unterbinden und sogenannte virtuelle private Netzwerke (VPN) und "multifaktorgeschützte Zugriffe" zu nutzen. Zudem sollten die Systeme auf dem aktuellen Stand gehalten und Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen kurzfristig eingespielt werden.
In Frankreich hatten die Supermarktkette Intermarché und die Coopérative U am Montag bekanntgegeben, dass durch einen Cyberangriff die Kühlanlagen in hunderten Filialen lahmgelegt worden seien, sodass sämtliche gekühlten und gefrorenen Waren vernichtet werden müssten. Hacker hätten "aus der Ferne das Abtauen der Kühlanlagen ausgelöst", erklärte ein Sprecher von Intermarché. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem "groß angelegten Cyberangriff auf die vernetzten Kühlsysteme mehrerer großer Lebensmittelmärkte im ganzen Land".
C.Engel--FFMTZ