Washington: Chinas Unternehmen kopieren "systematisch" KI-Modelle aus den USA
Vor einem möglichen Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Washington hat die US-Regierung chinesischen Unternehmen erneut vorgeworfen, sie würden für ihre KI-Modelle "systematisch" die Technologie von US-Unternehmen kopieren. Mehrere Bundesbehörden, darunter der Geheimdienst NSA, veröffentlichten am Dienstag eine Untersuchung, wonach chinesische Unternehmen wie Deepseek oder Alibaba die US-Technologie nicht etwa nur zur Ergänzung nutzten, sondern zur grundlegenden Entwicklung ihrer eigenen Produkte.
Es geht um die sogenannte Destillation, also wenn kleinere KI-Modelle von größeren lernen. Damit lässt sich unter anderem die Effizienz steigern, wenn Modelle mit weniger Rechenkapazitäten anschließend komplexe Aufgaben ausführen können. Die USA werfen den chinesischen Unternehmen in dem Bericht "Destillation in industriellem Maßstab" vor. An dem Bericht beteiligt waren der NSA, die Bundespolizei FBI und die für die Sicherheit in der Informationstechnik zuständige Cisa (Cybersecurity and Infrastructure Security Agency).
Die Methode der Destillation ist in der Branche weit verbreitet - Washington wirft chinesischen Firmen aber vor, sie unechtmäßig in großem Maßstab einzusetzen. So würden die chinesischen Unterrnehmen von "deutlich kürzeren KI-Entwicklungszeiten und geringeren finanziellen Aufwendungen beim Training eines Spitzenmodells profitieren". Die US-Behörden rieten in ihrem Bericht den KI-Unternehmen im Land, sich besser zu schützen, um die Destillation in großem Maßstab zu verhindern.
Der Vorwurf ist nicht neu - die US-Unternehmen Anthropic und OpenAI sowie der Technologieberater von US-Präsident Donald Trump, Michael Kratsios, haben ihn seit Beginn des Jahres schon mehrfach gemacht. Der Bericht von NSA, FBI und Cisa ist nun umfangreicher und detaillierter. Neben Deepseek und Alibaba werden etwa die chinesischen Unternehmen Moonshot AI oder Z.ai genannt. Die chinesische Führung sei "wahrscheinlich" informiert.
Peking hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und umgedreht: Im Juli warf das Handelsministerium US-Unternehmen vor, chinesische KI-Modelle zu destillieren. Die Vorwürfe Washingtons seien "Ausdruck einer Politik der Doppelmoral und stellen einen typischen Akt des Hegemonialismus im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) dar". Der Besuch des chinesischen Präsidenten Xi in Washington ist für den 24. September geplant, aber noch nicht bestätigt.
D.Walter--FFMTZ