Wimbledon: Muchova nach Nervenkrimi erste Finalistin
Karolina Muchova ist nach einem Nervenkrimi in das Finale von Wimbledon eingezogen und greift nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel. Die 29 Jahre alte Tschechin setzte sich am Donnerstag auf dem Centre Court 6:2, 1:6, 7:6 (12:10) gegen Coco Gauff aus den USA durch. Im Endspiel trifft Muchova nun auf ihre Landsfrau Linda Noskova oder die Ukrainerin Marta Kostjuk.
Muchova könnte die tschechische Erfolgsstory der letzten Jahre im All England Club fortsetzen. 2011 und 2014 gewann jeweils Petra Kvitova, 2023 Marketa Vondrousova, die im Juni wegen einer verweigerten Dopingprobe für vier Jahre gesperrt worden war. Zwölf Monate später jubelte dann Barbora Krejcikova als bislang letzte Tschechin auf dem "heiligen Rasen".
Muchova spielt eine überragende Rasensaison, der Erfolg gegen Gauff war bereits ihr zehnter in Serie. Im Vorfeld hatte sie bereits die Generalprobe in Bad Homburg gewonnen. In Wimbledon steht sie nun in ihrem zweiten Finale bei einem Grand Slam, 2023 hatte Muchova das Endspiel der French Open gegen die Polin Iga Swiatek verloren.
Für Gauff endete derweil der Traum vom dritten Major-Titel nach ihren Triumphen 2023 bei den US Open und 2025 bei den French Open. In Wimbledon stand Gauff erstmals in der Runde der letzten vier.
Gauff hatte zu Beginn große Probleme mit ihrem Aufschlag und leistete sich immer wieder unerzwungene Fehler. Muchova stürmte so locker zum Satzgewinn. Mit dem Rücken zur Wand drehte die US-Amerikanerin plötzlich auf, verbesserte sich deutlich bei eigenem Service und dominierte mit der Rückhand.
Die Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen einen Entscheidungssatz zu sehen, in dem nun Muchova und Goff mit den Nerven zu kämpfen hatten. "Ich kann es schon nachvollziehen, dass die beiden super nervös und angespannt sind", sagte Angelique Kerber, Wimbledon-Champion von 2018, bei Prime Video. Am Ende behielt Muchova im Match-Tiebreak die Oberhand.
W.Werner--FFMTZ