Bettel warnt Trump vor 'Lame Duck'-Risiko; Joshua Wong zu weiteren zehn Jahren verurteilt
Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel warnt US-Präsident Donald Trump vor einem Machtverlust durch die Midterms. Parallel dazu wird Hongkong-Aktivist Joshua Wong zu weiteren zehn Jahren Gefängnis verurteilt. In Luxemburg droht zudem eine lang anhaltende Inflation.
Luxemburgs Außenminister Xavier Bettel hat US-Präsident Donald Trump vor den Konsequenzen der amerikanischen Midterm-Wahlen gewarnt. Bettel betonte, dass der Präsident nun Kompromisse eingehen müsse, um nicht zur „Lame Duck“ zu werden – ein Begriff für einen Politiker, dessen Macht aufgrund fehlender legislativer Unterstützung schwindet. Sollte Trump die Zusammenarbeit mit dem oppositionellen Lager scheitern lassen, riskiere er einen erheblichen Verlust an Einfluss.
Die Reaktionen in Luxemburg auf das Wahlergebnis fielen unterschiedlich aus. Yves Cruchten von der Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP) wies darauf hin, dass die Ergebnisse Europas Notwendigkeit unterstreichen, „auf eigenen Füßen zu stehen“. Er prognostizierte, dass eine „America First“-Politik auch bei wechselnder Kongressmehrheit bestehen bleiben werde, was eine größere europäische Autonomie erfordere. Laurent Zeimet von der Christlich-Sozialen Volkspartei (CSV) bewertete das Ergebnis hingegen als positives Signal für die Funktionsfähigkeit der amerikanischen Demokratie.
Auf nationaler Ebene warnt die Statistikbehörde STATEC vor einer lang anhaltenden wirtschaftlichen Belastung. Die Inflation werde voraussichtlich deutlich über dem historischen Durchschnitt liegen, getrieben durch hohe Energiepreise. Erst bis 2028 sei eine Stabilisierung auf 2,5 Prozent zu erwarten. Die Regierung plant zwar Entlastungsmaßnahmen für das kommende Jahr, diese könnten jedoch geplante Lohnindexierungen verzögern. Zwei Anpassungen sind derzeit für Mitte 2027 und Mitte 2028 prognostiziert.
Im Rechtsbereich schreitet die Untersuchung zu defekten Goodyear-LKW-Reifen voran, bleibt aber hinter Zeitplänen zurück. Sophie Rollet, deren Mann 2014 bei einem Unfall durch einen platzenden Reifen ums Leben kam, teilte mit, dass der Untersuchungsrichter in Besançon das Verfahren möglicherweise erst 2027 abschließen werde. Verzögerungen entstehen durch Rechtsmittel des Unternehmens gegen die Beschlagnahmung von Dokumenten in Luxemburg. Goodyear steht seit Mai 2025 wegen fahrlässiger Tötung unter Anklage.
Internationale Sicherheitslagen zeigen weitere Spannungen: Ein Cyberangriff traf den französischen nationalen Blutdienst und manipulierte Kühlsysteme, die Teil einer breiteren Welle von Angriffen auf Supermärkte in mindestens sechs europäischen Ländern sind. Die Urheber sind noch unbekannt.
Zum Krieg in der Ukraine bestätigte Präsident Wolodymyr Selenskyj 40 Tote und über 30 Vermisste nach einem russischen Schlag auf eine Schule in Komyschuwacha. Er betonte die Dringlichkeit von Verhandlungen im Vorfeld von Gesprächen in Abu Dhabi mit russischen, ukrainischen und amerikanischen Arbeitsgruppen. Selenskyj beschrieb jüngste Gespräche mit US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner als konstruktiv.
In den USA ringen Republikaner mit der Niederlage. Vizepräsident JD Vance führte die Verluste auf den Iran-Krieg und hohe Treibstoffpreise zurück, während Präsident Trump eine erneute Militäroperation gegen den Iran in Aussicht stellte. Einige Strategisten fordern einen außenpolitischen Kurswechsel.
Im Justizbereich Hongkongs wurde Demokratieaktivist Joshua Wong zu weiteren zehn Jahren Haft verurteilt wegen der Zusammenarbeit mit ausländischen Mächten. Der führende Kopf der Regenschirm-Bewegung von 2014 hat bereits fast sechs Jahre abgesessen und wird voraussichtlich erst Ende 2036 entlassen werden.
Im Sport endete Liverpools perfekte Champions-League-Saison mit einer 2:3-Niederlage in Istanbul. In anderen Partien siegten Como gegen Lens (9:1), Real Madrid gegen AEK Athen (3:2), Arsenal bei Slavia Prag (2:1) und Manchester City dank eines späten Tors von Erling Haaland gegen RB Leipzig (3:2). Porto besiegte Napoli mit 4:1. Der ehemalige Präsident des französischen Vereins FC Metz, Carlo Molinari, starb im Alter von 93 Jahren.
Im Tennis schied Topgesetzter Alexander Zverev als Weltranglistenerster bei den Paris Masters in der ersten Runde gegen Lorenzo Musetti aus. Auch Novak Djokovic verlor gegen Rinky Hijikata, während Carlos Alcaraz gewann.
Das Wetter in Luxemburg wird kühler: In den kommenden Tagen sinken die Temperaturen nahe an den Gefrierpunkt. Donnerstag bringt wechselhaftes Wetter mit Höchstwerten um 10 Grad Celsius.
G.Fuchs--FFMTZ