Frankfurter Tageszeitung - Atomanlage "Pickaxe Mountain": Trump bringt neue Angriffsziele im Iran ins Spiel

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Atomanlage "Pickaxe Mountain": Trump bringt neue Angriffsziele im Iran ins Spiel
Atomanlage "Pickaxe Mountain": Trump bringt neue Angriffsziele im Iran ins Spiel / Foto: Brendan SMIALOWSKI - AFP

Atomanlage "Pickaxe Mountain": Trump bringt neue Angriffsziele im Iran ins Spiel

Inmitten der Spekulationen über neue Angriffe auf den Iran nach den US-Kongresswahlen am Dienstag hat Präsident Donald Trump mögliche neue Ziele ins Spiel gebracht: "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte er - und nannte einen mutmaßlichen Atomkomplex südlich von Teheran. Der Iran drohte am Sonntag im Falle neuer US-Angriffe in drastischen Worten mit Vergeltung.

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Konkret nannte Trump den iranischen Berg Kolang, auch als "Pickaxe Mountain" bekannt, unter dem ein iranischer Atomkomplex vermutet wird. "Man könnte sich wahrscheinlich den Pickaxe Mountain ansehen, und darum muss man sich kümmern", sagte Trump. Der Berg - dessen englischer Name so viel bedeutet wie "Spitzhacken-Berg" - liegt in der Provinz Isfahan rund 200 Kilometer südlich von Teheran nahe der Atomanlage Natans. Die iranische Regierung bestreitet, dass dort Arbeiten an einem Atomprogramm stattfinden.

Trump erklärte zugleich, die USA hätten es mit weiteren Angriffen nicht eilig. Die Gespräche über ein Ende des Iran-Krieges liefen "gut", allerdings seien die Iraner "nicht sehr zuverlässig". US-Außenminister Marco Rubio hatte zuvor erklärt, Trump habe über neue Angriffe noch nicht entschieden. Die USA seien offen für eine diplomatische Lösung.

Teheran warnte Washington vor neuen Angriffe. Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei drohte mit einer "sofortigen, wirkungsvollen und geografisch uneingeschränkten Antwort". Der iranische Armeesprecher Mohammed Akraminia warnte am Sonntag, "ein möglicher künftiger Krieg könnte länger dauern als der vorherige Konflikt". Außerdem wäre Trump "nicht in der Lage, den Zeitpunkt oder die Bedingungen seines Endes zu diktieren", fügte Akraminia hinzu.

Irans Verteidigungsminister Mehrdad Achlaghi kündigte eine "verhältnismäßige, entschlossene und wirkungsvolle Antwort" auf jeden Angriff auf den Iran an, wie das Staatsfernsehen berichtete. "Diejenigen, die Drohungen aussprechen, werden nicht das Ausmaß, den Zeitpunkt oder die Folgen der defensiven Reaktion des Iran diktieren", fügte er hinzu.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, derzeit seien keine Treffen mit US-Vertretern geplant. Konsultationen über Vermittler liefen jedoch weiter. Er bestätigte zugleich erstmals offiziell, dass die Führung in Teheran ein Schreiben von US-Vizepräsident JD Vance erhalten habe. In dem Schreiben von Vance ging es laut einem Bericht des "Wall Street Journal" eher um einen "möglichen Verhandlungsrahmen" als um Einzelheiten eines Friedensvorschlags.

Die diplomatischen Bemühungen, eine erneute Eskalation zu verhindern, laufen derzeit auf Hochtouren. "Wir hoffen auf einen diplomatischen Durchbruch", sagte der diplomatische Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargasch, bei einer Konferenz im bahrainischen Manama. "Aber ich denke, wir sind, wie wir bereits früher gezeigt haben, auch auf das Schlimmste gefasst".

Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen. Nach dem Scheitern einer Vereinbarung im Juni waren die diplomatischen Bemühungen ins Stocken geraten.

Im Persischen Golf kam es derweil erneut zu einem Angriff auf einen Tanker. Der Flüssiggastanker "Al Mayeda", der dem staatlichen katarischen Gastransportunternehmen gehört, wurde nach Angaben der staatlichen katarischen Nachrichtenagentur von "unbekannten Geschossen" getroffen. Bei dem Angriff sei kein Besatzungsmitglied verletzt worden.

Seit dem Beginn des Iran-Krieges hat Teheran die Straße von Hormus weitgehend blockiert und greift dort regelmäßig Schiffe an. Die USA verhängten im Gegenzug eine Seeblockade iranischer Häfen.

Y.Brandt--FFMTZ