Umfrage: Macrons Beliebtheit auf niedrigstem Stand seit Amtsantritt 2017
Angesichts von Gewalt bei Schülerprotesten und hoher Staatsverschuldung ist die Popularität von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt 2017 gesunken. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos BVA-Cesi äußerten nur 15 Prozent der Befragten eine positive Sicht von Macron. Dies war noch ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat.
Die befragten Bürgerinnen und Bürger nannten die hohen Energiekosten als ihre größte Sorge. Auch Sorgen um den Wohlfahrtstaat und wegen der hohen Staatsverschuldung bestimmen gerade das politische Klima in Frankreich, wie die im Auftrag der Zeitung "La Tribune Dimanche" erstellte Online-Umfrage ergab.
Frankreich steht derzeit finanziell so schlecht da wie lange nicht. Macrons Regierung rechnet für das kommende Jahr mit einer Gesamtverschuldung in Höhe von 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und plant daher Einsparungen im Staatshaushalt von Dutzenden Milliarden Euro. Bereits jetzt ist Frankreich so stark verschuldet wie kein anderes EU-Land. Die Zinslast beläuft sich im laufenden Jahr auf fast 80 Milliarden Euro. An den Finanzmärkten wächst deshalb die Sorge.
In den vergangenen Wochen gab es wegen des Sparkurses der Regierung zahlreiche Streiks und Demonstrationen. Bei landesweiten Schülerprotesten für bessere Lernbedingungen und mehr Chancengleichheit gab es zahlreiche Verletzte und Festnahmen.
Kommenden Frühling finden in Frankreich Präsidentschaftswahlen statt. Laut der Ipsos-Umfrage liegen dabei derzeit der Chef des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, und die RN-Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen mit 33 beziehungsweise 32 Prozent vorn.
Beide schnitten damit allerdings schlechter ab als im Vormonat. Bardella verlor in der Wählergunst drei Prozentpunkte, nachdem ihm in einem Bericht des Investigativmagazins "Mediapart" vorgeworfen worden war, als Jugendlicher von einem alten Facebook-Konto aus antisemitische Botschaften verbreitet zu haben.
K.Jung--FFMTZ