Trump sagt libanesischem Präsidenten Unterstützung bei Friedensbemühungen mit Israel zu
US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch seines libanesischen Amtskollegen Joseph Aoun im Weißen Haus dem Libanon Unterstützung bei seinen Bemühungen um einen Frieden mit Israel zugesagt. Der Libanon sei "sehr schlecht behandelt" und seit Jahrzehnten "hart getroffen" worden, sagte Trump an der Seite von Aoun im Oval Office am Dienstag vor Journalisten.
Der Libanon sei "wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht ein gefährlicher Ort", sagte Trump weiter. "Aber sie lieben ihr Land und wir werden ihm helfen. Wir werden ihm sehr helfen", betonte er.
Aoun forderte seinerseits, dass die libanesischen Streitkräfte (LAF) unterstützt werden müssen. "Ohne die LAF wird alles zusammenbrechen", sagte er. Die Armee sei das "Rückgrat der Sicherheit und Stabilität" des Landes.
Aoun bedankte sich bei seinem Gastgeber zudem für den "historischen Besuch und den gemeinsam mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens erzielten historischen Erfolg". Sein "oberstes Ziel sei es, den Zustand der Feindschaft zwischen dem Libanon und Israel ein für alle Mal zu beenden", erklärte er.
Ende Juni hatten sich Israel und der Libanon unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Teil der Vereinbarung ist ein schrittweiser Rückzug der israelischen Armee aus dem Süden des Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah-Miliz aktiv ist.
Beirut steht nun verstärkt unter Druck, die Hisbollah zu entwaffnen - eine der zentralen Bedingungen Israels für seinen Rückzug aus dem Süden des Libanon.
Die libanesische Armee begann am Dienstag mit der Stationierung von Soldaten in Sautar al-Gharbija in der Region Nabatijeh, einer von drei mit Israel vereinbarten "Pilotzonen" im Süden des Libanon. In den beiden anderen Pilotzonen ist die libanesische Armee bereits präsent.
Die Hisbollah hatte den Libanon in den von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Iran-Krieg hineingezogen, indem sie kurz nach Kriegsbeginn Raketen auf Israel abfeuerte. Israel reagierte darauf mit Angriffen und einer Bodenoffensive. Derzeit gilt eine brüchige Waffenruhe.
Aoun hatte die Hisbollah scharf dafür kritisiert, sein Land in den Iran-Krieg hineingezogen zu haben. Er hofft nun, dass Trump weiteren Druck auf Israel hinsichtlich eines Rückzugs aus dem Süden des Libanon ausüben wird. Auf die Frage, ob Washington dies tun werde, antwortete Trump am Dienstag: "Wir werden das prüfen."
Am Sonntag war Aoun bereits mit US-Außenminister Marco Rubio zusammengekommen. Dabei hatte Rubio die libanesische Regierung für ihre "entschlossenen Anstrengungen" auf dem Weg zu einem dauerhaften Friedensabkommen mit Israel und zur Entwaffnung der Hisbollah gewürdigt.
Die Hisbollah-Miliz lehnt sowohl ihre Entwaffnung als auch jegliche Gespräche mit Israel vehement ab. Auch dem Iran sind die direkten Gespräche ein Dorn im Auge. Israel und der Libanon befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.
Nach dem Treffen mit Aoun kündigte Trump die Wiederaufnahme von Direktflügen von US-Fluggesellschaften in den Libanon an, die Jahrzehntelang ausgesetzt waren. Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam bezeichnete die Ankündigung als "große Chance für die libanesische Wirtschaft und die Beziehungen zu Washington".
X.Busch--FFMTZ