Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Lissu kündigt Hungerstreik an
Tansanias inhaftierter Oppositionsführer Tundu Lissu plant ab Montag einen Hungerstreik. "Da die Gefängnisverwaltung gerichtliche Anordnungen offen missachtet, hat unser Vorsitzender Lissu begründete Angst um sein Leben und seine persönliche Sicherheit", sagte der Generalsekretär von Lissus Partei Chadema, John Mnyika, bei einer Pressekonferenz am Samstag. "Er stellt infrage, ob man Nahrung trauen kann, die von Beamten ausgegeben wird, die wissentlich das Gesetz brechen", fügte er hinzu.
Mit dem Hungerstreik will Lissu außerdem von den Gefängnisbehörden verlangen, dass sie ihm private Treffen mit seinen Anwälten erlauben. Seiner Partei Chadema zufolge hatte das Oberste Gericht des Landes in der vergangenen Woche geurteilt, dass Lissus verfassungsmäßiges Recht auf vertrauliche Gespräche mit seinen Anwälten verletzt worden sei. Die Partei warf den Behörden vor, dieses Urteil nicht zu respektieren.
Lissu ist der Chef von Chadema. Seit 2025 befindet er sich in Haft. Ihm droht wegen des Vorwurfs des Landesverrats die Todesstrafe. Ein Urteil in dem Prozess, der von der Opposition und von Menschenrechtsgruppen als politisch motiviert kritisiert wird, wird für den 6. November erwartet.
O.Keller--FFMTZ