Frankfurter Tageszeitung - Waldbrände in Griechenland fressen sich weiter fort - Flammenmeer westlich von Athen

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Waldbrände in Griechenland fressen sich weiter fort - Flammenmeer westlich von Athen
Waldbrände in Griechenland fressen sich weiter fort - Flammenmeer westlich von Athen / Foto: Angelos TZORTZINIS - AFP

Waldbrände in Griechenland fressen sich weiter fort - Flammenmeer westlich von Athen

Unter schwierigen Wetterbedingungen hat die Feuerwehr in Griechenland am Wochenende weiter gegen Flammenfronten in verschiedenen Landesteilen angekämpft. Allein nahe dem Küstenferienort Porto Germeno waren nach Behördenangaben fast 500 Feuerwehrleute im Einsatz. Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sprach von einer "äußerst schwierigen" Lage mit "extremen" Wetterbedingungen. In ganz Griechenland wurden mittlerweile mehr als 12.000 Hektar Land zerstört, wie der Wetterdienst des Nationalen Observatoriums mitteilte.

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Allein bei mehreren Bränden im Golf von Korinth, die besonders in der Region von Porto Germeno in der Nähe von Athen wüteten, verbrannten den Angaben zufolge bereits mehr als 6500 Hektar Land. Auf den Inseln Kreta und Paros zerstörten die Brände demnach weitere 6000 Hektar.

Dem auf Waldbrände spezialisierten Meteorologen Theodoros Giannaros zufolge schienen die Brände rund um Porto Germeno sogar ein Gebiet von mehr als 10.000 Hektar erfasst zu haben. "Leider ist es sehr wahrscheinlich, wenn nicht fast sicher, dass dieser Brand als Megafeuer eingestuft wird", erklärte er im Onlinedienst Facebook.

Die Wetterbedingungen erschwerten die Arbeit der Feuerwehr. Die Winde erreichten laut Regierungschef Mitsotakis häufig Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern. "Wenn die Winde mit einer solchen Stärke wehen, können selbst die Dutzenden Flugzeuge, über die wir verfügen, nicht sicher eingesetzt werden", erklärte er auf Facebook. "Es gibt Momente, in denen die Natur und die Intensität der Wetterphänomene jede menschliche Planung und jede Einsatzfähigkeit übertreffen", fügte er hinzu.

Für die Einsatzkräfte seien die Grenzen der Belastbarkeit erreicht, erklärte Zivilschutzminister Evangelos Tournas. Drei Feuerwehrleute waren im Verlauf der Woche im Kampf gegen die Flammen ums Leben gekommen, zwei auf Kreta und einer auf der Halbinsel Peloponnes.

Auch wenn die Winde etwas nachließen, galt für den Großraum Athen, die Region Böotien und die Insel Euböa am Sonntag weiterhin die höchste Risikostufe. Die Feuerwehr versuchte zu verhindern, dass sich der Brand den westlichen Vororten Athens näherte, nachdem er in der Nacht zum Sonntag ein Gebirge überquert hatte.

In der Region von Porto Germeno, das rund 70 Kilometer nordwestlich von Athen liegt, waren fast 500 Feuerwehrleute im Einsatz, weitere rund hundert im Norden des Peloponnes. Ein neuer Brandherd wurde am Samstagabend auf der ionischen Insel Kefalonia registriert.

Porto Germeno war bereits zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers am Freitag evakuiert worden. Die Schäden in dem bei den Athenern beliebten Ferienort seien schon jetzt beträchtlich, berichteten mehrere Augenzeugen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Mein Haus ist vollständig zerstört worden", sagte der Landwirt Minas Tsotdanis. Nach Angaben der Behörden wurden dutzende Häuser beschädigt oder zerstört.

In Frankreich beruhigte sich die Lage derweil. Der massive Waldbrand nahe Bordeaux im Südwesten des Landes sei "stabil" und "eingedämmt", teilte die Präfektur der Gironde am Sonntag mit. Das Feuer sei aber noch nicht gelöscht. Es gebe noch aktive Brandherde in den Gemeinden Lège und Le Porge, wo die Einwohner noch nicht in ihre Häuser zurückkehren dürften.

Von den 224.000 Menschen, die auf dem Höhepunkt des Rekord-Waldbrandes in der Gironde evakuiert wurden, durften bis zum Wochenende 208.000 in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren. 42.000 Hektar Fläche wurden durch die Flammen zerstört. Es handelte sich nach Angaben der Behörden um den größten Waldbrand in Frankreich seit 1949.

Auch an der Côte d’Azur im Département Var stabilisierte sich ein am Freitag ausgebrochener Waldbrand. "Der Umfang des Feuers hat sich nicht verändert", teilte der Präfekt des Var, Simon Babre, AFP mit. Demnach erfassten die Flammen 1800 Hektar Land. Rund 2500 Menschen in der Gegend im Südosten Frankreichs wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen.

Auch andere Länder in der Mittelmeerregion waren zuletzt von Waldbränden betroffen. Wissenschaftlern zufolge erhöhen die durch den menschengemachten Klimawandel häufigeren und intensiveren Hitzewellen das Risiko von Waldbränden.

F.Meyer--FFMTZ